Hauttyp-Test: Den eigenen Hauttyp bestimmen

Junge Frau bestimmt im Badezimmerspiegel ihren Hauttyp

Hautpflege, die nicht auf das persönliche Hautbild abgestimmt ist, kann mehr schaden als nützen. Denn die falsche Pflege kann bestehende Beschwerden einer Hauterkrankung verschärfen und den allgemeinen Zustand der Haut verschlechtern. Glücklicherweise brauchen Sie sich selbst nur vier Fragen zu beantworten, um Ihren Hauttyp zu bestimmen: Haben Sie eher fettige oder doch trockene Haut? Und wie empfindlich ist die Haut in Ihrem Gesicht? Machen Sie unseren kleinen Hauttyp-Test!

Den kosmetischen Hauttyp bestimmen

Eines vorweg: Der Hauttyp sagt vorrangig etwas über den Fettgehalt Ihrer Haut aus. Hier wird recht grob zwischen 4 Hauttypen unterteilt:

  • Hauttyp 1: Normale Haut (ausgewogener Fettgehalt)
  • Hauttyp 2: Trockene Haut (zu wenig Fett)
  • Hauttyp 3: Ölige bzw. fettige Haut (zu viel Fett)
  • Hauttyp 4: Mischhaut (an Stirn, Nase und Kinn zu viel, an den Wangen ausgewogen oder zu wenig)

So grob diese Einteilung ist, so wichtig ist sie zugleich. Denn der Hauttyp entscheidet darüber, in welchem Maße Sie Ihrer Haut Lipide und Feuchtigkeit zuführen sollten. Der Bedarf an Pflege und Reinigung ist sehr unterschiedlich, abhängig davon, ob Sie trockene, fettige oder Mischhaut haben.

Hauttyp-Test: Mit nur vier Fragen den Hauttyp bestimmen

Den eigenen Hauttyp zu bestimmen, ist mit einem kleinen Hauttyp-Test ganz einfach. Eigentlich müssen Sie nur die vier untenstehenden Fragen beantworten. Vielleicht können Sie das aus dem Stegreif für sich beantworten. Ich empfehle Ihnen dennoch, sich etwas Zeit und Ruhe für die folgende Vorbereitung zu nehmen, um ganz sicher zu gehen:

  • Waschen Sie Ihr Gesicht mit einem milden Gesichtsreiniger, am besten mit einem pH- hautneutralen Reinigungsgel. Ein Reinigungsöl ist nicht geeignet, da es Rückstände auf der Haut hinterlässt.
  • Tupfen Sie Ihr Gesicht nun trocken und tragen Sie bitte keinerlei Pflegeprodukte auf. Warten Sie mindestens 15 (besser 30) Minuten. Ihre Haut ist nun in ihrem natürlichen Zustand und bereit für die Begutachtung.
  • Hierfür treten Sie am besten nah vor einen Spiegel und sorgen für ausreichende Beleuchtung (ich weiß, das ist niemals gnädig, muss aber sein).

Los geht’s mit dem Hauttyp-Test: Widmen Sie sich der Reihe nach diesen vier Fragen:

  1. Wie fühlt sich Ihre Haut an? (Schließen Sie hierfür am besten Ihre Augen)
  2. Glänzt Ihre Haut, und wenn ja, in welchen Arealen?
  3. Sind ihre Poren eher fein oder deutlich sichtbar?
  4. Erkennen Sie Unreinheiten und Mitesser?

Die nachfolgende Tabelle hilft Ihnen den Hauttyp-Test auszuwerten: Anhand der Selbsteinschätzung dieser Punkte können Sie Ihren Hauttyp schnell bestimmen – die Spalte mit den meisten angekreuzten bzw. zutreffenden Antworten repräsentiert Ihren kosmetischen Hauttyp. Zu jedem der Hauttypen finden Sie im Folgenden einen Steckbrief mit den wichtigsten Informationen und Pflegehinweisen.

Trockene Haut

Die wichtigsten Eigenschaften trockener Haut:

  • Trockene Haut leidet unter Lipid- und Feuchtigkeitsmangel
  • Spannungsgefühl, Stechen und/oder Jucken sind typisch für den Hauttyp “Trockene Haut”
  • Trockene Haut benötigt eine reichhaltigere Pflege
  • Trockene Haut ist für viele Hautzustände, zum Beispiel vorzeitige Hautalterung, Sensibilität, Rötungen anfällig

Ich bin überzeugt: Die allgegenwärtige Bezeichnung „Trockene Haut“ ist der Grund für unzählige Hautpflege-Fehlkäufe. Legt sie doch nahe, der Haut würde es lediglich an Feuchtigkeit mangeln. Passender für den Hauttyp „Trockene Haut” wäre die Bezeichnung „lipidarme Haut“. Sie ist das Gegenteil der öligen Haut, denn ihr fehlt es in erster Linie an Hautfett, also Sebum. Der mit lipidarmer beziehungsweise trockener Haut einhergehende Feuchtigkeitsverlust ist dann das Folgeproblem: Das hauteigene Feuchthaltesystem (NMF) ist gestört, der löchrig gewordene Lipidfilm schützt nicht mehr ausreichend vor Feuchtigkeitsverlust, die Haut dehydriert.

Feuchtigkeit fehlt trockener Haut also auch. Jedoch ist nicht nur die lipidarme Haut von Feuchtigkeitsarmut betroffen, auch Mischhaut oder sogar ölige Haut kann davon betroffen sein. Die dehydrierte bzw. trockene Haut ist daher kein eigener Hauttyp, sondern einer von sechs Hautzuständen, die weiter unten erklärt werden. Zum Hauttyp „Trockene Haut“ gehört Dehydration jedoch leider fest dazu.

Anzeichen von trockener Haut

Typische Zeichen einer lipidarmen Haut sind ein

  • Spannungsgefühl,
  • Stechen und/ oder
  • Jucken.

Leider ist lipidarme Haut zudem förmlich prädestiniert dafür, eine eher fahle Ausstrahlung zu haben: Das Licht wird von der Haut nicht komplett reflektiert und die Haut erscheint blässlich. Die abstehenden Hornhautschüppchen an der trockenen Hautoberfläche mindern den begehrten „Glow“ und fühlen sich rau an, wenn man mit den Fingerkuppen über die Gesichtshaut streicht.

Menschen mit lipidarmer oder trockener Haut leiden häufiger unter Neurodermitis, Psoriasis und Kontaktekzemen. Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktionen, Darmerkrankungen und Magenschleimhautentzündungen sind bei Patienten mit trockener Haut häufiger zu beobachten.

Normale Haut

Die wichtigsten Eigenschaften trockener Haut:

  • Lipid- und Feuchtigkeitsgehalt sind in Balance (anders als bei trockener Haut)
  • Haut fühlt sich gut an und sieht meist rosig aus
  • In den meisten Fällen unkompliziert zu pflegen
  • Besondere Hautzustände sind auf äußere Einflüsse, hormonelle Schwankungen oder falsche Pflege zurückzuführen

Der Hauttyp ist Ausdruck dessen, wie sich die Haut anfühlt. Bei normaler Haut ist die Haut weder besonders trocken noch besonders ölig – die Talgproduktion ist in Balance. Auch sonst ist die normale Haut der Inbegriff dessen, was die Wissenschaft als gesunde Haut definiert: Die hauteigene Regeneration, ihre Durchblutung und der Feuchtigkeitshaushalt sind ausgewogen.

Trotzdem kann die T-Zone, also der Bereich von Stirn, Nase und Kinn, etwas öliger sein als der Rest der Gesichtshaut. Das ist nicht unbedingt ein Hinweis auf ölige oder Mischhaut. In diesem Teil des Gesichts liegen sehr viele Talgdrüsen, sodass die Haut hier einfach etwas mehr Sebum abbekommt. Es gibt aber noch weitere Indizien für normale Haut: Sie ist feinporig und weist dank guter Durchblutung einen gleichmäßig frischen bis rosigen Teint auf. Glücklicherweise neigt sie nicht zu Unreinheiten und hat daher eine ebenmäßige, weiche Beschaffenheit. Normale Haut hat also alle Merkmale eines gesunden, strahlenden Aussehens. Der Mediziner nennt diese idealen Hautverhältnisse auch „Eudermie“.

Normale Haut hat man – oder man hat sie nicht. Die Grundvoraussetzung für diesen Hauttyp sind schlicht die Gene. Wenn Sie normale Haut haben, sage ich an dieser Stelle einfach „Glückwunsch!“. Denn dieser Hauttyp ist wirklich unkompliziert, auch was die Pflege angeht. Dennoch können die falsche Pflege, Medikamente oder eine ungünstige Ernährung auch normale Haut aus dem Gleichgewicht bringen, aber dazu später mehr bei den Hautzuständen.

Mischhaut

Die wichtigsten Eigenschaften der Mischhaut:

  • Unausgewogener Lipidgehalt je nach Hautzone
  • Mischhaut kann spannen und jucken, trotz Ölfilm
  • Mischhaut benötigt besondere Zuwendung in der Pflege
  • Mischhaut ist besonders anfällig für erhöhte Sensibilität und Rötungen, zum Beispiel durch zu aggressive Reinigungs- und Pflegeprodukte

Mischhaut vereint gegensätzliche Eigenschaften und macht eigentlich alles richtig – zumindest aus Sicht des Körpers. Die T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) wird durch den schützenden Ölfilm vor Wind und Wetter geschützt, die übrige Haut, auch als U-Zone bezeichnet, hat weniger Talgdrüsen und ist normal bis trocken.

Der ölige Hautteil (T-Zone) weist auch bei der Mischhaut eine grobporige und dickere Beschaffenheit auf. Typisch ist der leichte Glanz, verursacht durch eine übermäßige Talgproduktion in dieser Gesichtspartie. Unreinheiten kommen leider bei der Mischhaut häufig vor, weil an den öligen Stellen die Poren verstopfen. Es entstehen Mitesser und Pickel. Die trockenen Stellen hingegen zeigen mitunter eine gestörte Hautbarriere, wodurch Keime leichter in die Haut eindringen und so weitere Unreinheiten oder Entzündungen auslösen können.

Mischhaut braucht verschiedene Pflegeprodukte

Die beiden Zonen der Mischhaut haben jeweils einen eigenen Pflegebedarf. Das macht Mischhaut besonders anspruchsvoll in der Pflege, da unterschiedlich reichhaltige Produkte miteinander kombiniert werden müssen. Ein häufiger Fehler in der Pflege der Mischhaut ist entsprechend, dass die Pflege ausschließlich auf die ölige T-Zone abgestimmt ist.

Das macht die Pflege noch etwas komplizierter, denn falsche oder zu aggressive Produkte führen zu Juckreiz, Spannungen oder Rötungen und verschlimmern die Sensibilität nur noch weiter. So wird Mischhaut im Laufe der Zeit immer empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen wie Kälte, Hitze oder Berührungen.

Ölige Haut (oder fettige Haut)

Die wichtigsten Eigenschaften der öligen Haut:

  • Spür- und sichtbarer Sebumüberschuss
  • Anfällig für Unreinheiten
  • Benötigt sebum-regulierende und feuchtigkeitsspendende Pflege, die nicht zu aggressiv ist
  • Häufige Hautzustände sind neben Unreinheiten auch Dehydration und Hyperpigmentierung

Dieser Hauttyp wird auch fettige Haut genannt, denn die Talgdrüsen sind sehr aktiv und produzieren fleißig Hautfett (Sebum). Daher der dermatologische Fachbegriff „Seborrhö“. Die Ursache hierfür ist in erster Linie die genetische Veranlagung. Aber auch hormonelle Veränderungen können die Talgproduktion ankurbeln – sei es in der Pubertät oder in der Menopause. Auch Medikamente oder Stress können temporär zu öliger Haut führen.

Das deutlichste Merkmal für fettige Haut ist ihr Fettglanz. Bereits kurz nach der Gesichtsreinigung glänzt die ölige Haut erneut. Insgesamt ist die Haut dicker und weniger transparent als normale Haut, sodass Blutgefäße nicht durchschimmern. Dadurch wirkt sie oft auch blasser als zum Beispiel normale Haut. Die Poren sind bei öliger Haut größer und deutlich sichtbar.

Durch die erhöhte Talgproduktion neigt ölige Haut zu Unreinheiten wie Mitessern (Komedonen): Talgreste verstopfen die Poren, sodass sich immer mehr Talg ansammelt. Dieser Talg bietet dann den Nährboden für Aknebakterien. Darum tritt Akne in erster Linie bei Menschen mit öliger Haut auf. Abklingende Unreinheiten wiederum können Hyperpigmentierungen hinterlassen, weswegen dieser Hauttyp hiervon häufig betroffen ist.

Ein häufiger Trugschluss ist die Vermutung, fettige Haut sei grundsätzlich gut durchfeuchtet. Denn oft führt falsche Pflege (insbesondere eine zu aggressive Reinigung) dazu, dass die Haut unter dem Ölfilm austrocknet. Der Fachbegriff für diese paradox anmutende Kombination lautet Seborrhoea Sicca (trockene Fetthaut). Auch die Annahme, ölige Haut sei besonders robust, ist falsch. Meist ist die Haut unter der öligen Schicht sehr empfindlich und reagiert auf Kälte, Wärme und trockene Luft – meist mit noch mehr Ölproduktion.

Der Hauttyp ist längst nicht alles

Vor gar nicht allzu langer Zeit war beim Hauttyp Schluss. Dass die Haut sehr reaktionsfähig ist und sich durchaus verändert, wurde in der Hautpflege ignoriert. Kosmetik und Dermatologie betrachteten die Haut mittels eines recht starren Konzepts, in dem lediglich die durch genetische Veranlagung angeborenen Hauttypen eine Rolle spielten. Diese Sichtweise hat sich für eine gute Hautpflege als unzureichend herausgestellt. Denn unser Hautbild kann sich im Laufe des Lebens sogar mehrmals ändern. Neben einer genetischen Disposition beeinflussen verschiedene innere und äußere Faktoren den akuten Hautzustand.

Bedingt durch innere und äußere Faktoren entsteht also ein Hautzustand, der in Kombination mit dem genetischen Hauttyp das aktuelle Hautbild ergibt. Und dieses Hautbild ist das, worauf Ihre Pflegeroutine abgestimmt sein muss.

Hauttyp + Hautzustand = Hautbild

Es ist gut möglich, dass verschiedene Aspekte der nachfolgend vorgestellten Hautzustände auf Ihre Haut zutreffen. Bitte versuchen Sie, sich auf den bei Ihnen vorherrschenden Hautzustand zu fokussieren. Das erleichtert die Auswahl der passenden Pflegeprodukte enorm und verringert die Möglichkeit, dass Sie Ihre Haut mit zu vielen Produkten oder Wirkstoffen überfordern.

Feuchtigkeitsmangel (Dehydrierung)

  • Spannungsgefühl und raue Hautschüppchen, auch bei ansonsten öliger Haut
  • Häufigste Ursachen: Zu harsche Reinigung, falsche Pflege, hauttypbedingter Lipidmangel
  • Top-Wirkstoffe: Aloe vera, Ceramide, Glycerin, Hyaluron, Kollagen, Milchsäure, Sodium PCA, Sorbitol

Bei der Beschreibung des Hauttyps „Trockene Haut“ erklärte ich Ihnen das häufige Missverständnis, dass diesem Hauttyp in erster Linie Feuchtigkeit fehlt. Wie wir gesehen haben, ist dies jedoch nur die halbe Wahrheit – trockene Haut leidet in erster Linie unter Lipidmangel. Der übermäßige Feuchtigkeitsverlust ist dann die Folgeerscheinung.

Trockene Haut geht also mit dem Hautzustand Feuchtigkeitsmangel einher. Doch er kann auch Mischhaut oder sogar ölige Haut betreffen, denn auch bei diesen Hauttypen ist der Lipidmantel aus der Balance – nur meist aus anderen Gründen. Während bei trockener Haut quasi „von Haus aus“ eine Störung in der äußeren Hautbarriere vorliegt, ist dieses Problem bei den öligeren Hauttypen eher durch falsche Pflege erworben:

  • Zu häufige und/oder aggressive Gesichtsreinigung,
  • der übermäßige Gebrauch mechanischer Peelings,
  • zu aggressive Säuren oder falsch angewendete Wirkstoffe wie Retinol

können den Hydrolipidfilm angreifen.

Wenn die Feuchtigkeit fehlt

Ist der Lipidmantel erst einmal gestört, schafft er es nicht mehr, die Feuchtigkeit in der Haut zu halten – sie verdunstet über die Hautoberfläche. Das nennt man auch einen hohen transepidermalen Wasserverlust, oder, so der englische Fachausdruck, „Transepidermal Water Loss“, kurz TEWL genannt. Mit anderen Worten: Die Haut hat einfach riesigen Durst.

Deutliches Zeichen für Hauttrockenheit bzw. fehlende Feuchtigkeit ist ein Spannungsgefühl nach dem Waschen. Auch Fältchen treten stärker hervor. Die von der Hautoberfläche abstehenden Hornhautschüppchen schlucken das Licht, daher sieht die Haut oft matt aus und fühlt sich rau an. Diese Schüppchen sind bei lipidarmer Haut oft sichtbar, bei der öligen Haut kann man sie zumindest spüren.

Ein weiterer Verursacher von feuchtigkeitsarmer Haut ist häufig die Raumluft: Im Winter, wenn es draußen besonders kalt und trocken ist und in den Häusern die Heizung der Luft die Feuchtigkeit entzieht, ist Hauttrockenheit bei vielen Menschen an der Tagesordnung. Aber auch im Sommer tritt dieser Hautzustand schnell auf: 

  • Klimaanlagen sind in puncto Raumklima nicht viel besser als Heizungen. 
  • Häufiges Duschen und heiße Wannenbäder, ohne danach mit einer Creme den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen, lassen die Haut ebenfalls schnell austrocknen. 

Sie sehen: Diesen Hautzustand haben wir zu weiten Teilen selbst in der Hand, auch wenn es (bei zugleich lipidarmer Haut) eine genetische Veranlagung dafür gibt.

Alle Maßnahmen zielen auf eine Regeneration des Hydrolipidfilms und des natürlichen Feuchthaltefaktors ab, damit die Fähigkeit der Haut, die ihr zugeführte Feuchtigkeit zu halten, wiederhergestellt wird. In der Hautpflege spielen dafür nicht nur die in der Infobox genannten Wirkstoffe eine Rolle, sondern auch (und vor allem), auf welche Pflegeschritte und Inhaltsstoffe man besser verzichtet. Eine entfettende Reinigung ist bei akut dehydrierter Haut tabu. Eine sehr sanfte Exfoliation bzw. ein mildes, gelegentliches Peeling hingegen kann helfen, die abstehenden, ausgetrockneten Hornhautschüppchen abzutragen.

Sensible Haut

  • Gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen wie Hitze, Kälte oder auch Berührungen
  • Häufigste Auslöser: Geschwächte Hautbarriere, Lipidmangel der trockenen Haut
  • Top-Wirkstoffe: Bisabolol, Calendula, Ectoin, Panthenol, Peptide, Süßholz, Urea, Weihrauch

Eines ganz deutlich vorweg: Sensible Haut ist kein eigener Hauttyp, sondern ein Zustand, von dem jeder Hauttyp betroffen sein kann. Dies wird leider oft völlig missverständlich kommuniziert, vor allem von der Kosmetikindustrie – am Beauty-Regal wird allzu oft eine erhöhte Sensibilität der trockenen Haut zugeschrieben.

Ähnlich wie bei dem Feuchtigkeitsmangel liegt auch bei sensibler Haut der Hund in der Hautbarriere begraben: Sie ist geschwächt und nicht mehr in der Lage, den Körper vollständig vor Keimen und Allergenen zu schützen. Diese Eindringlinge, aber auch äußere Reize wie Kälte, Wind oder zu starke Berührungen lösen Hautirritationen aus. Unangenehme Nebeneffekte sind Stechen, Jucken und Brennen. Denn auch hierzu neigt sensible Haut schneller. Ihre Reizschwelle ist herabgesetzt, weil die Nervenenden in der Haut schneller reagieren.

Achtung Sensibelchen: Die Haut wird empfindlich 

Trockene Haut neigt besonders dazu, empfindlich zu werden. Denn ein wichtiger Faktor für den Erhalt der Schutzfunktion der Haut ist ausreichend Fett – und das fehlt der trockenen Haut. Hauterkrankungen wie die atopische Dermatitis und Rosazea sind besonders schlimme Ausprägungen einer sensiblen Haut. Doch wie eingangs erwähnt, ist auch Mischhaut und ölige Haut nicht vor erhöhter Sensibilität gefeit, denn auch ihr äußeres Schutzschild, die Hautbarriere, ist aus der Balance.

Auch Allergiker reagieren schneller und häufiger auf Kosmetik, sogar ohne ausgewiesene Allergie gegen einen der enthaltenen Inhaltsstoffe. Weitere Auslöser für sensible Haut können äußere Faktoren sein, wie Sonnenstrahlen, bestimmte Lebensmittel, alkoholische Getränke, Waschpulver oder Schmuck.

Wenn Sie unter sensibler Haut leiden, sollten Sie den Patchtest zur festen Gewohnheit werden lassen. Gemeint ist damit, ein neues Pflegeprodukt zunächst auf seine Verträglichkeit zu untersuchen. Dafür wählt man besser nicht den Ellenbogen, sondern eine Stelle des Gesichts, die im Falle einer Hautreaktion nicht im Fokus steht, zum Beispiel die Unterseite des Kinns, die Region hinter den Ohren, eine Ecke der Stirn die normalerweise von Haaren bedeckt ist oder eine Stelle am seitlichen Hals. Hier wird das Produkt nun angewendet wie vorgesehen (wichtig: Auch Waschprodukte sollten getestet werden abwaschen nicht vergessen). Dann heißt es abwarten – 24 Stunden lang. Ist dann keine allergische Reaktion zu sehen oder zu spüren (z. B. Juckreiz), deutet nichts auf eine Unverträglichkeit hin. Damit dieser Patchtest aussagekräftig ist, ist es wichtig, immer nur ein Produkt nach dem anderen neu zu integrieren. Sonst wird die Ursachenforschung im Falle einer Hautreaktion zum Ratespiel.

Rötungen im Gesicht

  • Sichtbare Äderchen, durch erhöhte Durchblutung oder erweiterte Gefäße
  • Häufigste Auslöser: Äußere Faktoren wie Sonne, Stress, Ernährung
  • Top-Wirkstoffe: Echinacea, Hopfen, Mäusedorn, Niacinamid, Weihrauch

Dieser Hautzustand hängt eng mit dem vorgenannten Zustand, der erhöhten Sensibilität, zusammen, denn Hautrötungen – rote Flecken an Gesicht und Dekolleté, auf der Stirn, den Wangen oder am Kinn – sind das sichtbare Zeichen einer irritierten, überempfindlichen Haut.

Sensible Haut neigt zu Rötungen, denn sie reagiert sehr viel schneller auf Reize von außen als durchschnittlich robuste Haut. Doch es gibt noch weitere Gründe für Rötungen, auch Erytheme genannt:

  • Sie können einen Pickel ankündigen oder schon die letzte Phase ausheilender Hautunreinheiten sein.
  • Auch nach der Rasur kann die Haut gereizt und rot aussehen.
  • Zuviel Sonne verursacht ebenso Rötungen wie ein abrupter Temperaturwechsel, scharfes Essen oder Stress.

All diese Auslöser haben zur Folge, dass sich die Äderchen im betroffenen Hautareal erweitern und als Rötung sichtbar werden. Ist das Bindegewebe geschwächt, passiert dies besonders schnell. Bei ansonsten ausgeglichener Haut hält eine Rötung dieser Art nur kurz an, teilweise dauert es nur wenige Minuten, bis die Haut sich gefangen hat. Bei sensibler Haut sind solche Rötungen Stunden bis Tage sichtbar.

Die chronische Ausprägung von geröteter Haut stellt das Geschwisterpaar Couperose-Rosazea dar. Dies ist kein Hautzustand, sondern eine Hautkrankheit. Eine ernst zu nehmende Therapie erfordert die Konsultation eines Hautarztes.

Unreine Haut und Pickel

  • Moderate Ausprägung der typischen Akne-Merkmale: Pickel, Mitesser, erweiterte Poren
  • Häufigste Ursachen für unreine Haut: Sebumüberschuss, Bakterien. Bei trockener Haut Barrierestörung
  • Top-Wirkstoffe gegen unreine Haut: Bakuchiol, Hopfen, Magnolienextrakt, Retinaldehyd, Salicylsäure

Unreine Haut tritt in der Regel bei Menschen mit öliger Haut auf. Wir erinnern uns: Die übermäßige Talgproduktion (Seborrhö) verstopft die Poren mit Sebum und abgestorbenen Hautschüppchen. In dieser Umgebung können sich Bakterien, die eigentlich völlig harmlos sind und ständig auf unserer Haut leben, besonders gut vermehren. Der Körper versucht, den Bakterienüberschuss zu bekämpfen, und reagiert mit einer Entzündung. In diesem Stadium sind die ersten Pickel und Rötungen sichtbar. Bricht die Mischung aus Talg, Hornzellen und Bakterien durch die Zellwände und breitet sich in der Haut aus, verschlimmert sich die Entzündung. Nun entstehen Pusteln und Papeln.

In einem ersten Stadium zeigt unreine Haut zunächst nur die typischen kleinen schwarzen Mitesser (offene Komedonen). Auf Englisch nennt man sie ganz treffend „Blackheads“. Für die Färbung sorgt übrigens eine Ansammlung von Melanin, das mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert, nicht Schmutz, wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Im Laufe des Entzündungsprozesses können aus den Mitessern geschlossene Komedonen entstehen. Das sind die kleinen weißen Pickelchen (englisch: „Whiteheads“).

Unreine Haut tritt besonders häufig in den hormonell turbulenten Teenagerjahren auf, kann jedoch grundsätzlich in jedem Alter entstehen. Gerade Frauen sind alleine durch den Monatszyklus ständig Hormonschwankungen unterworfen. Dermatologen haben außerdem Zusammenhänge zwischen Hautunreinheiten und einem hohen Konsum von Kuhmilchprodukten festgestellt. Übermäßige Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index und Rauchen erhöhen ebenfalls das Risiko für ein unreines Hautbild.

Tipps gegen unreine Haut

Sie haben unreine Haut? Dann lege ich Ihnen zwei einfach zu merkende Regeln ans Herz: Zum einen die „Zwei Versuche“-Regel. Denn maximal zwei Versuche sollten Sie sich erlauben, wenn Sie die Finger nicht von den Unreinheiten lassen können und unbedingt selbst an Pickeln und Mitessern herumdoktern möchten. Hat sich dann nichts gelöst, machen Sie mit weiteren Versuchen alles nur noch schlimmer. Dann muss der Profi ran. Und dann sind da die „drei H‘s“: Haare Hände Handtücher.

  • Haare und Hände haben bei Unreinheiten nichts im Gesicht verloren, denn sie verteilen die Aknebakterien und sorgen für noch mehr Pickel. Man nennt dies auch Schmierinfektion.
  • Auch Handtücher (und Kopfkissenbezüge) sind wahre „Superspreader“; sie sollten entsprechend häufig und regelmäßig gewechselt sowie bei mindestens 60° gewaschen werden.

Vorzeitige Hautalterung

  • Sichtbare Zeichen der extrinsischen (erworbenen) Hautalterung: Falten, Flecken, fahle Haut (im Gesicht und um die Augen)
  • Häufigste Ursachen: Vererbung, Sonne oder entzündlicher Stress
  • Top-Wirkstoffe: Allantoin, Glykolsäure, Lactobionsäure, Mandelsäure, Q10, Retinoide

Der Zahn der Zeit nagt schneller an uns, als den meisten sicher lieb ist: Schon ab Anfang 20 setzt der natürliche Alterungsprozess der Haut ein, erste sichtbare Zeichen in Form von zeigen sich bei vielen Menschen in den Dreißigern: Es entstehen Falten im Gesicht. Wie stark und in welchem Alter die Hautalterung einsetzt, ist zunächst genetisch bedingt.

Doch auch bei bestmöglicher Veranlagung kann die Haut früh altern, wenn man sie entsprechend strapaziert. Die größten Feinde einer gesunden, frischen Haut sind

  • zu viel UV-Strahlung,
  • Schlafmangel,
  • Alkohol und
  • das Rauchen.

Freie Radikale führen zu Falten

Diese Faktoren lassen im Körper sogenannte freie Radikale entstehen. Freie Radikale sind zwar ein natürliches Nebenprodukt des Stoffwechsels, aber ziemlich aggressiv. In zu großer Zahl bedeuten sie puren Stress für die Hautzellen. Diese reagieren mit Entzündungen und dem Abbau von Stützgewebe, was mit der Zeit in sichtbaren Fältchen und erschlafften Konturen resultiert.

Weitere Symptome für eine vorzeitige Hautalterung sind eine fahle Gesichtsfarbe, stumpfe Haut und nachlassende Spannkraft. Auch einige Hyperpigmentierungen aus dem nachfolgend erklärten Hautzustand sind der verhaltensbedingten Hautalterung zuzuschreiben, da sie auf übermäßigen Sonnenkonsum zurückzuführen sind.

Sowohl für die Vorbeugung als auch Linderung dieses Hautzustands gilt vor allem eine Devise: Sonnenschutz! Sonnenschutz! Sonnenschutz! Bewahren Sie die Haut täglich vor UV-Strahlung. Alternde Haut ist zudem grundsätzlich empfindlicher und neigt zu Trockenheit. Das verstärkt Fältchen und sorgt für einen fahlen Teint. Darum ist Feuchtigkeit auch bei vorzeitiger Hautalterung enorm wichtig, genauso wie eine milde Gesichtsreinigung.

Hyperpigmentierung

  • Melaninansammlungen in Form von Altersflecken, Muttermalen, Sommersprossen oder Pickelmalen
  • Häufigste Ursachen: Vererbung, Sonne oder entzündlicher Stress
  • Top-Wirkstoffe: Ascorbinsäure, Azelainsäure, Glykolsäure, Niacinamid, Retinoide, Süßholzwurzel

Flecken entstehen dann auf der Haut, wenn sich Pigmentzellen an einer Stelle ansammeln: Die Haut verdunkelt sich. Dabei handelt es sich im medizinischen Sinne nicht um einen Fleck, sondern um eine Pigmentstörung. Das Wörtchen „Störung“ meint schlicht, dass sich die Farbpigmente in der Haut anormal bilden. Eine verstärkte Pigmentierung führt dann zu Flecken. Die häufigsten Pigmentstörungen sind Muttermale, Sommersprossen, Altersflecken sowie braune Pickelmale.

Muttermale (oder „Leberflecken“ oder medizinisch „Nävi“) haben viele Menschen auf der Haut, wobei sie bei hellen Hauttypen (Fitzpatrick-Typ I und II) stärker auftreten. Sie sind eine Laune der Natur. Für die Pflege ist diese Art der Hyperpigmentierung irrelevant Muttermale lassen sich nicht wegcremen.

Sommersprossen sind zwar streng genommen auch eine Pigmentstörung, sie gelten aber zusammen mit den Altersflecken als Pigmentflecken. Pigmentflecken entstehen ebenfalls durch eine übermäßige Einlagerung von Melanin. Allerdings ist die Ursache hierfür – da ist sich die Forschung längst einig – zu viel Sonne! Bei Sommersprossen mischen die Gene trotzdem mit, denn sie sorgen dafür, dass die Pigmentzellen in der Haut besonders viel Melanin produzieren. Das wird im Anschluss nicht gleichmäßig in der Haut verteilt. Das Ergebnis: Sommersprossen. Hellhäutige Menschen sind von diesem Gendefekt, den Außenstehende oft ganz putzig finden, häufiger betroffen. Bei Sonneneinstrahlung verstärkt sich der Effekt – der Name ist also Programm.

Auftritt Altersflecken

Für die kosmetische Hautbildbestimmung am relevantesten sind die Altersflecken. Sie sind nicht angeboren, sondern fleißig erworben – durch zu viel Sonneneinwirkung. Setzen wir unsere Haut verstärkt UV-Licht aus, produzieren die Melanozyten fleißig Melanin. Irgendwann sind sie hyperaktiv und produzieren mehr Melanin, als wir brauchen. Je älter wir werden, desto weniger Melanozyten verbleiben in der Haut. Die Pigmentzellen, die noch vorhanden sind, vergrößern sich und verteilen sich zudem unregelmäßig. In dieser Konstellation heißt es dann: Auftritt Altersflecken. Altersflecken sind wie Sommersprossen völlig harmlos, können aber als störend empfunden werden. Je nach Ausprägung können sie durch abgestimmte Pflegeprodukte abgeschwächt werden.

Eine besondere Form der Hautverfärbung ist die postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH). Auch ihr liegt eine Überproduktion von Melanin zugrunde, die Ursache hierfür ist eine Entzündungsreaktion. Auslöser gibt es viele, neben Sonnenstress und Hormonschwankungen (zum Beispiel in der Schwangerschaft) ist dies vor allem die Akne. Genauer gesagt, die Nachwehen davon. Denn während der akuten Entzündung in der Haut schüttet sie lokal vermehrt Melanin aus, um dieses Areal vor weiterem Stress (UV-Strahlung) zu schützen. Das ist nett gemeint von der Haut, führt aber zu unansehnlichen braunen Flecken, auch Pickelmale genannt.

Bis die Male der PIH abheilen, können zwei Monate bis zwei Jahre vergehen. Beschleunigen kann man diesen Pigmentausgleich durch Wirkstoffe mit aufhellenden, schälenden oder pigmenthemmenden Eigenschaften.

Voilà: Ihr aktuelles Hautbild

Sie kennen nun alle gängigen Hauttypen und -zustände. Die auf Ihre Haut zutreffende Kombination aus Hauttyp und Hautzustand ergibt Ihr persönliches, individuelles Hautbild. 

Tabelle zur ermittlung der persönlichen Kombination aus Hauttyp und Hautzustand.
Der abgebildete Merkzettel ist Teil unseres kostenlosen Leitfaden "So bestimmen Sie Ihr
individuelles Hautbild", den Sie sich per Klick auf die Abbildung oder hier als PDF-Dokument herunterladen können. Mithilfe dieses Leitfadens können Sie Ihre Kombination aus Hauttyp und Hautzustand ermitteln und dokumentieren. Es ist übrigens durchaus möglich, dass unterschiedliche Hautzustände gleichzeitig zutreffen. In so einem Fall empfehlen wir, sich auf maximal zwei Hautzustände zu fokussieren. Dies erleichtert die Auswahl der passenden Pflegeprodukte enorm und verringert die Möglichkeit, dass Sie Ihre Haut mit zu vielen Produkten oder Wirkstoffen überfordern.