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Wissenswertes über unsere Haut und ihre Pflege.

Erneuerung: Unsere Haut erneuert sich – ständig!

Verlauf einer öffnenden zu einer verwelkenden Blüte
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Schichtwechsel: Darum erneuert sich die Haut

Wenn Sie schon einmal über das Wort ‚Exfoliation‘ gestolpert sind, wissen Sie vielleicht, dass es hierbei um Ablösung bzw. Erneuerung geht. Der Begriff basiert auf dem lateinischen Wort für Abblättern: ‚exfoliare‘.  Was hat dies nun mit unserer Haut zu tun – wie erneuert sich die Haut?

Unsere Haut löst sich ebenfalls ab, allerdings nur die oberste Schicht (die Hornschicht), in unserer Oberhaut. Die toten Hautschuppen dieser Hornschicht werden abgestoßen, denn sie sind das Ende eines Teilungsprozesses. Diese fortwährende Zellteilung in der Oberhaut, der sogenannten Epidermis, findet von innen nach außen statt: Die wasserreichen Basalzellen in der untersten Schicht der Oberhaut werden kontinuierlich nach oben geschoben. Auf ihrem Weg nach oben trocknen sie langsam aus, verhornen und bilden schließlich die oberste Hornschicht der Haut. Die obersten (abgestorbenen) Hornzellen schuppen also ab, wenn von unten neue Hautzellen nachschieben.

Der gesamte Prozess der Erneuerung wiederholt sich ein Leben lang, denn die Hautzellen werden immer wieder neu- und nachgebildet. Die Haut regeneriert sich also permanent. Und das zum Glück – muss man sagen! Denn schließlich übernimmt unsere Oberhaut bzw. die Hornschicht vielfältige Aufgaben: Sie schützt uns vor Verletzung, Austrocknung oder UV-Strahlung. Da tut Erneuerung gut! Knapp einen Monat benötigen die Hautzellen in jüngeren Jahren für ihre Reise durch die Oberhaut.  Nur aufgrund dieser ständigen Erneuerung kann unsere Haut immer eine perfekte Schutzbarriere bilden. Die körpereigene Erneuerung ist also lebensnotwendig für uns.

Warum Sie die Hauterneuerung unterstützen sollten

Die Hauterneuerung findet zwar in einem regelmäßigen Zyklus statt, aber dieser wird im Laufe des Lebens immer langsamer und kann zudem ungleichmäßig ablaufen. Wenn man bedenkt, dass unsere Haut täglich immerhin 14 Gramm Hautschüppchen abstößt, macht das 50 000 Hautzellen pro Minute bzw. über 5 Kilo Haut pro Jahr! Tummeln sich also zu viele abgestorbene Hornzellen, die zudem aus einem Gemisch aus Fetten und Eiweißen zusammengehalten werden, an der Oberfläche, kommt es zu Unregelmäßigkeiten:

  • Die Haut sieht fahl und grau aus, da sie das Licht nicht mehr gut reflektieren kann.
  • Auch Feuchtigkeit kann nicht mehr gut gespeichert werden, und die Hautoberfläche fühlt sich rau und uneben an.

Höchste Zeit, die Hauterneuerung anzukurbeln! Dies geschieht mithilfe von mechanischen oder chemischen Peelings.

Fruchtsäuren: sanfte Helfer

Der Einsatz chemischer Mittel bzw. Fruchtsäuren ist eine bewährte Methode, sich von zu vielen abgestorbenen Hautschüppchen zu befreien und die Erneuerung der Haut anzukurbeln. Fruchtsäuren arbeiten gleichmäßig und sind dabei viel milder, als der begriff „Säure“ es vermuten lässt. Die Haut wird nicht etwa weggeätzt, sondern der Zellkit zwischen den längst abgestorbenen Hautschüppchen angelöst. So helfen die Fruchtsäuren den Hornhautschüppchen, sich final von der Oberhaut zu lösen und machen den weg frei für neue, frische Hautzellen.

Natürlich sollten Sie darauf achten, dass Sie die eingesetzte Fruchtsäure auch vertragen! Zwischen den einzelnen Fruchtsäurearten gibt es nämlich große Unterschiede in Bezug auf ihre Verträglichkeit. Es gilt die Faustregel „Lieber mild und regelmäßig, als gelegentlich und aggressiv“. Für den täglichen Einsatz zu Hause konzipierte chemische Peelings setzen in der Regel zwischen 2 und 10 % Fruchtsäure ein. Bei professionellen kosmetischen Behandlungen werden auch höhere Dosierungen eingesetzt.

Wenn Sie Fruchtsäuren selbst ausprobieren möchten, aber noch unerfahren im Einsatz von Fruchtsäureprodukten sind, gibt es zwei Wege, schwächer zu starten und die Haut langsam an den Gebrauch von Fruchtsäuren zu gewöhnen:

  • Mischen Sie das Fruchtsäureprodukt mit Ihrer normalen Feuchtigkeitscreme, oder
  • setzen Sie zunächst das Intervall herab und nutzen Sie das Produkt nicht direkt täglich.  

Über die speziellen Eigenschaften verschiedener chemischer Peelings haben wir einen eigenen Blogartikel geschrieben.

Übrigens: Bei HighDroxy gibt es zwei chemische Peelings: Das FACE SERUM mit 10% Mandelsäure und die PORIFY BHA SOLUTION mit 2% Salicylsäure.

Mechanische Peelings: Lieber ohne Kunststoff

Mechanische Peelings zeichnen sich dadurch aus, dass die Haut mithilfe natürlicher oder synthetischer Körnchen von abgestorbenen Hautschuppen befreit wird. Dabei werden die Körnchen (sanft!) über die Haut gerieben.

Aber Vorsicht – wer beim mechanischen Peeling zu stark Hand anlegt, zu feste drückt oder ein Produkt mit scharfkantigen Peelingkörnchen wie z. B. gemahlene Aprikosenkerne verwendet, der könnte seiner Haut eher schaden. Denn es kann immer vorkommen, dass einzelne Partikel scharfkantig sind, sodass viele mechanische Peelings sich eher für den Einsatz am Körper als für die Anwendung im Gesicht eignen. Wer möchte sein Gesicht schon gerne abschmirgeln? Mechanische Peelings sollten sich also keinesfalls „schrubbelnd“ anfühlen und immer sanft und ohne Druck angewendet werden. Selbst milde mechanische Peelings sollten in der Regel nicht täglich angewendet werden, 1-2 Anwendungen pro Woche sind meist ausreichend.

Es gibt sehr milde mechanische Peelings, z. B. aus Jojobawachs, oder aus synthetisch hergestellten Kügelchen. Letztere sollte man der Umwelt zuliebe lieber meiden, denn unsere Kläranlagen können solch winzige Plastikstoffe nicht gut herausfiltern. Ungefiltert finden synthetisch hergestellten Kügelchen ihren Weg in die Natur und letztlich in die Mägen von Fischen und anderen Meerestieren. Wenn Sie zukünftig lieber Fisch ohne Plastikanteil essen möchten, verzichten Sie besser auf Kunststoff in Peelings.


Bildquelle: shutterstock.com / moragott