Mineralöl in Kosmetik: Das müssen Sie wissen!

Hellgelbe Flüssigkeit tropft aus einer Pipette in eine gelbe Flasche und illustriert Mineralöl in Kosmetik.

Paraffinum Liquidum, MOSH und MOAH. Was einst Erdöl war, bekommt hochtrabende Namen, wenn es in Form von Mineralölen in Kosmetik gelangt. Mineralöle sind beim Hersteller sehr beliebt, denn sie bieten in der Hautpflege viele Vorteile. Aber können Verbraucher und Verbraucherinnen durch Mineralöle in der Kosmetik belastet werden? Was sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung dazu? Wir geben die wichtigsten Antworten.

Ist Mineralöl natürlich?

Am Anfang des Mineralöls steht ein völlig natürlicher Vorgang: Der Tod. Pflanzen und Tiere sterben irgendwann und lagern sich auf dem Boden ab. Dort werden sie nach und nach von anderen natürlichen Materialien überlagert und mit enorm viel Zeit und Druck entsteht daraus tief in der Erde Erdöl.

Erdöl ist der Ausgangsstoff für Mineralöl, das auch in der Kosmetikindustrie liebend gern verwendet wird. Das, was als Inhaltsstoff auf unserer Haut ankommt, hat mit einem natürlichen Produkt allerdings nichts mehr zu tun. Denn Mineralöle – egal für welche Verwendung – müssen stark gereinigt werden. Diesen Vorgang nennt man raffinieren.

Warum sind Mineralöle in Kosmetik so beliebt?

Die Mineralöle in Hautpflegeprodukten sind so stark raffiniert, dass am Ende ein Stoff entsteht, der unserem Körper so unbekannt ist, dass auf der Haut keinerlei Reaktion mehr stattfindet. Das hat Vorteile: Mineralöle lösen keine Allergien aus. Sie verändern auch nicht den Geruch, sind farblos und reizarm. Pflanzenöle hingegen reagieren mit Keimen auf unserer Haut, sodass sie beispielsweise nach einer Weile ein wenig ranzig riechen können. Mineralöle bieten der Kosmetikbranche noch einige andere Pluspunkte: Sie sind enorm günstig und lange haltbar, das mögen Hersteller natürlich immer gern. Darum erfreuen sich Mineralöle in der Hautpflege schon seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Sie stecken in vielen Produkten, darunter Klassiker wie Vaseline oder Penaten-Creme. Öle und Wachse werden oft auf Mineralölbasis hergestellt. Auch die meisten Babyöle waren (und sind) eigentlich nichts anderes als beduftetes Mineralöl.

So erkennen Sie Mineralöle in Kosmetika

In der Liste der Inhaltsstoffe findet man Mineralöle unter vielen verschiedenen Bezeichnungen, darunter folgende:

  • CERA MICROCRISTALLINA 
  • CERESIN
  • LIQUID PARAFFIN
  • LIQUID PETROLATUM
  • MICROCRISTALLINA WAX 
  • OZOKERIT
  • PARAFFINUM LIQUIDUM
  • PARAFFINUM SUBLIQUIDUM 
  • PARAFIN OIL
  • PETROLATUM LIQUID
  • PETROLEUM OIL
  • WHITE MINERAL OIL 
  • WHITE OIL

Mineralöle in Kosmetik haben kurzfristigen Effekt

Doch es gibt beim Mineralöl eine Kehrseite der Medaille: Dadurch, dass Mineralöle für die Haut einen Fremdstoff darstellen, dringen sie nicht in die Haut ein. Stattdessen bilden sie einen Film auf ihrer Oberfläche. Das bedeutet, dass Mineralöle kaum Wirkstoffe oder Vitamine in die Haut bringen, selbst wenn in der Rezeptur welche enthalten sind.

Der Mineralölfilm fühlt sich zunächst gut an: Er macht die Haut weich und geschmeidig und schließt Feuchtigkeit in die Haut ein. Das ist kurzfristig gut, trägt jedoch langfristig nichts zur Regeneration der Haut bei.

Ganz im Gegenteil: Ihre natürlichen Regenerationsprozesse werden sogar verlangsamt. Ein langfristiger Pflegeeffekt ist daher nicht gegeben. Denn die Haut bleibt unterhalb des Mineralölfilms genauso trocken und gestresst wie zuvor.

Eine Grafik zeigt die Hautoberfläche in Nahaufnahme. Obenauf liegt ein Ölfilm, auf den orangene Tropfen fallen.

Stiftung Warentest findet MOSH und MOAH in Produkten

Ein weiteres Problem kristallisiert sich erst seit einigen Jahren heraus. 2015 hat die Stiftung Warentest 25 exemplarisch ausgewählte Kosmetika untersucht, die auf Mineralöl basieren. Das Ergebnis war nicht ohne: Alle von der Stiftung Warentest überprüften Produkte wiesen aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH: Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) auf. 

Mineralöl ist ein komplexes Kohlenwasserstoffgemisch, das sich aus zwei chemischen Fraktionen zusammensetzt: aus gesättigten und aus aromatischen Kohlenwasserstoffen (kurz: MOSH und MOAH). 

Gesundheitliche Risiken durch MOSH 

Erstere, die „Mineral Oil Saturated Hydrocarbons“ (MOSH), bilden den größeren Anteil. Bei manchen MOSH steht fest, dass wir sie über unsere Nahrung aufnehmen. Im Körper lagern sie sich mitunter ungünstig ab. Analysen haben nachgewiesen, dass jeder Vierte der Untersuchten mehr als 5 Gramm MOSH im Körper trug. Die abgelagerten MOSH können jedoch Granulome, also kleine Knötchen, in Lymphknoten, Leber und Milz verursachen.

Gesundheitliche Risiken durch MOAH 

Noch kritischer werden die bereits erwähnten aromatischen Kohlenwasserstoffe, die (MOAH), bewertet. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geht davon aus, dass MOAH eine erbgutverändernde und krebserregende Wirkung haben. Sie sind zwar der kleinere Anteil im Mineralöl, da MOAH aber nach derzeitigem Kenntnisstand als potenziell krebserregend gelten, sollten MOAH besser gar nicht in den Körper gelangen.

Mineralöle haben in der Kosmetik eine lange Tradition und werden in vielen „bewährten“ und teils seit Jahrzehnte erhältlichen Hautcremes eingesetzt. Der Einsatz von Rohstoffen aus Mineralöl, die den Reinheitsanforderungen des Europäischen Arzneibuchs entsprechen, scheint jedoch nicht auszureichen, um MOAH und MOSH in Kosmetika zu vermeiden. Denn viele Produkte, die von Stiftung Warentest positiv auf aromatische Kohlenwasserstoffe getestet wurden, enthielten laut Hersteller ausschließlich solche qualitativ hochwertigen Mineralöle. Die Testergebnisse dieser Produkte waren dennoch besorgniserregend.

Was sagt das Bundesinstitut für Riskobewertung zu Mineralölen in Kosmetika?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die dermale Aufnahme von Mineralölen, bzw. MOSH und MOAH, durch Kosmetika über die Haut gesundheitlich bewertet. Das Ergebnis: Nach derzeitigem Kenntnisstand sind – aus Sicht des BfR – gesundheitliche Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Anwendung von Kosmetikprodukten auf der Haut nicht zu erwarten.

Aufnahme von Mineralölen in den Körper

Gerade bei Kosmetikprodukten, durch die MOSH in den menschlichen Körper gelangen können, ist aus unserer Sicht jedoch Vorsicht geboten. Dazu gehören Lippenpflege und Hautcremes, die bei kleinen Verletzungen oder gar Verbrennungen helfen sollen. Denn durch rissige oder offene Haut können aromatische Kohlenwasserstoffe erst recht in den Körper eindringen. 

Die Stiftung Warentest rät daher, gerade bei solchen Produkten darauf zu achten, dass kein Mineralöl enthalten ist. Für alle, die mineralölhaltige Kosmetika vermeiden möchten, gibt es ausreichend Alternativen – Bienenwachs oder Pflanzenöle beispielsweise –, auch wenn diese im Einzelfall möglicherweise Nachteile wie ein höheres Allergierisiko mit sich bringen.

HighDroxy nutzt keine Mineralöle in Kosmetik 

Um jegliches Risiko auszuschließen und unseren Kundinnen und Kunden Sicherheit bieten zu können, verzichten wir bei der Herstellung unserer Kosmetikprodukte vollständig auf den Einsatz von Mineralölen.