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Wissenswertes über unsere Haut und ihre Pflege.

Konservierungsstoffe in der Hautpflege

Petrischalen mit Verkeimung
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Warum Konservierungsstoffe in der Hautpflege?

Nun, Konservierungsstoffe sollen eine Creme natürlich haltbar machen und dafür sorgen, dass die Formulierung stabil bleibt. Aber vor allem schützen Konservierungsmittel die Creme vor schädlichen Mikroben wie Bakterien oder Hefe- und Schimmelpilzen. Diese befinden sich nämlich zahlreich in der Luft und natürlich auch an unseren Händen. Gelangen Sie in eine Creme, die nicht konserviert ist, würden sie Reizungen, Ausschläge und Entzündungen auslösen, denn:
Seren, Sprays, Cremes & Co. sind prädestiniert dafür, Bakterien gute Gastgeber zu sein, denn sie bestehen aus Fett, Wasser und sind meist leicht sauer, wenn sie pH-hautneutral formuliert sind. All dies lieben Bakterien! Und sie vermehren sich besonders schnell, wenn eine angenehme Wärme vorherrscht – wie im Badezimmer. Grund genug für einen Schutz durch Konservierungsstoffe.

Welche Konservierungsstoffe und wie viele?

Bevor ein Pflegeprodukt auf den Markt kommt, wird es verschiedenen Tests ausgesetzt, um zu prüfen, ob es stabil und hygienisch bleibt. In dieser Entwicklungsphase wird auch auch die Konservierung des Produktes auf den Prüfstand gestellt. Hierbei hilft die EU-Kosmetikverordnung: Sie schreibt genau vor, welche Stoffe überhaupt zur Konservierung eingesetzt werden dürfen, momentan sind ca. 50 verschiedene. Außerdem wurden für jeden Stoff anhand von Toxizitätsstudien Höchstgrenzen für seine Dosierung festgeleg. Dies soll eine ebenso sichere wie gefahrlose Anwendung gewährleisten.

Übrigens kann die Einsatzkonzentration von Konservierungsstoffen auch vom Verwendungszweck abhängen. So kann die Höchstgrenze für ein und dasselbe Konservierungsmittel für eine Bodylotion, die großflächig aufgetragen wird, anders sein als für ein Waschgel, das direkt wieder abgespült wird.

Doch wie heißen eigentlich die Stoffe, die in der Hautpflege zur Konservierung eingesetzt werden? Im Folgenden stellen wir Ihnen die gebräuchlichsten dieser Stoffe vor – fangen wir mit dem Klassenprimus an:

Parabene als Konservierungsstoff

Parabene gehören wohl zu den bekanntesten Konservierern – und zu den unbeliebtesten. Seit vielen Jahren haftet ihnen ein schlechter Ruf an: Sie sollen das Wachstum von Krebszellen anregen. Und wie das oft so ist mit einem schlechten Ruf: Er basiert auf Missverständnissen und Hörensagen. Die ganze Geschichte hinter dem Rufmord an den Parabenen liest sich wie ein Krimi und wird in unserem Buch FACE YOUR SKIN – Die ungeschminkte Warheit über unsere Haut und ihre Pflege geschildert. An dieser Stelle sei soviel verraten: Es gibt keinen Konservierungsstoff, der länger und besser erforscht ist, als die Parabene. Viele alternative Konservierer müssen deutlich höher eingesetzt werden, um eine vergleichbare Wirkung zu erzielen. Es gibt nach aktuellem Stand der Forschung keinen besonderen Grund zur Sorge, wenn Sie in einem Kosmetikprodukt einen dieser Stoffe finden:

  • METHYLPARABEN
  • PROPYLPARABEN
  • ETHYLPARABEN
  • BUTYLPARABEN

Doch es geht durchaus auch ohne Parabene – die clever formulierten Produkte von HighDroxy kommen allesamt ohne aus. Hier einige Alternativen zu den kontroversen Parabenen:

Konservierung ohne Parabene

  • Phenoxyethanol (bis 1% meist gut verträglich)
  • Diole und Glycerylester (gute Alkohole), z.B. 1,2-HEXANDIOL, PENTYLENGLYKOL oder PROPYLENGLYKOL/PROPANDIOL

Organische Säuren und ihre Salze (meist gut verträglich), z.B.

  • BENZOE ACID
  • DEHYDROACETIC ACID
  • POTASSIUM SORBATE

Formaldehyd und Formaldehyd-Abspalter (nicht empfehlenswert), z.B.

  • 2,4-IMIAZOLIDINEDIONE
  • 2-BROMO-2-NITROPROPANE-1,3-DIOL
  • SODIUM HYDROXYMETHYLGLYCINATE

Methylisothiazolinon (hohes Allergiepotential)

Was bedeutet „ohne Konservierungsstoffe“?

Es gibt ein paar Produkte, die keine explizite Konservierung erfordern:
Wasserfreie, feste oder pulverförmige Produkte. Alle übrigen müssen – wie wir bereits erfahren haben – konserviert werden.

Wirbt ein Produkt damit, “ohne Konservierungsstoffe“ auszukommen, sind es meist andere Stoffe, die das Produkt konservieren, z.B. Pentylene Glycol oder Glycerin oder ätherische Öle, oder bestimmte Emulgatoren.

All diese Stoffe haben neben ihrer „offiziellen“ Aufgabe eben auch noch konservierende Eigenschaften. Sind die Pflegeprodukte also „versteckt konserviert“, müsste es also eigentlich heißen: „Selbstkonservierende Produkte“ statt „ohne Konservierungsstoffe“.

Keimbelastung in Kosmetik selber kontrollieren

Hier noch einige Tipps, mit deren Hilfe Sie selber Einfluss auf die Hygiene Ihres Kosmetikproduktes nehmen können:

  • Wählen Sie ein Produkt, dessen Verpackung den kostbaren Inhalt möglichst licht- und luftdicht einschließt. Dies sind vor allem Pumpspender, Spraypumpen oder (besonders hygienisch) sogenannte Airless-Spender.
  • Offene Cremetiegel sind keine gute Verpackung für eine Creme und sollten gemieden werden. Sie erfordern eine besonders starke Konservierung, weil das Füllgut unzählige Kontakte mit den Fingern „aushalten“ muss. Hier wird im Zweifel also besonders aggressiv konserviert. Ein weiteres Problem: Viele Wirkstoffe, zum Beispiel Vitamine, verlieren durch den Einfluss von Licht und Sauerstoff nach und nach ihre Wirksamkeit.
  • Pipetten ermöglichen eine genaue Dosierung, sollten aber niemals direkt mit der Haut oder anderen Pflegeprodukten in Kontakt kommen. Also immer „freischwebend“ dosieren!
  • Waschen Sie erst die Hände, bevor Sie Cremes & Co. benutzen (vor allem, wenn Sie ein Produkt im Tiegel verwenden).

Verwendete Quellen:

Bild: Shutterstock.com / JPC-PROD