Aloe vera: Wie wirkt das Wüstenwunder?

Die Aloe vera-Pflanze ist in allem sehr sparsam, denn sie ist ursprünglich eine Wüstenbewohnerin. Das Gel in ihren dicken Blättern ist enorm reichhaltig und kann mit so manchen Vorzügen glänzen. Gute Gründe für den Einsatz von Aloe vera-Gel in unserer ONE-Serie.

Die Aloe vera ist eine genügsame Artgenossin. Das muss sie auch sein, denn in den Wüstengebieten, in denen sie ursprünglich zuhause war, fällt mitunter monatelang kein Regen. Auch wenn das Liliengewächs sich längst ausgebreitet hat und in vielen tropischen und subtropischen Regionen der Erde zu finden ist, hat es sich das Talent zur Sparsamkeit erhalten. Dafür hat die Aloe vera einen regelrechten Trick entwickelt:

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen besteht das Innere ihrer dicken Blätter nicht aus einer wabenartigen Struktur, sondern aus einem viskoseartigen Gel. Dieses bietet eine enorme Speicherkapazität, sodass die Blätter einer Aloe vera-Pflanze zu über 90 Prozent aus Wasser bestehen. Das Speichergewebe hat für die Pflanze noch einen überlebenswichtigen Nebeneffekt: Bei einer Verletzung der Außenhaut trocknet das Gel einfach aus und versiegelt so die offene Stelle.

 

Everybody’s darling

Für die Verwendung des Gels in der Kosmetik werden die Blätter geschält, gepresst und abfiltriert. Übrig bleibt ein Extrakt, dem alle möglichen Wirkungsweisen zugesprochen werden: Gegen Falten, Akne, Herpes, Sonnenbrand und Schuppenflechte soll es helfen, um nur einiges aufzuzählen. Vieles davon ist wissenschaftlich bei weitem nicht gesichert, aber die Erfahrung zeigt tatsächlich eine positive Wirkung auf die Haut. Das Extrakt aus dem Gel einer Aloe vera enthält nämlich nicht nur Wasser, sondern etwa 160 bis 200 verschiedene Inhaltsstoffe. Dazu gehören:

  • Essentielle Aminosäuren
  • Fettsäuren
  • Bioflavonoide
  • Anthrachinone (medizinische Verwendung als Abführmittel)
  • Enzyme
  • Mineralstoffe
  • Vitamine

 

Einfach beruhigend

Das Extrakt der Aloe vera enthält aber auch Salicylsäure, die als entzündungshemmend und schmerzlindernd gilt. Genau diese Salicylsäure macht Aloe vera-Gel zu einem wirksamen Helferlein bei Sonnenbrand, beruhigt aber auch ganz allgemein die Haut. Studien geben zudem Hinweise darauf, dass Aloe vera bei Erkrankungen wie Dermatitis und Psoriasis eine Linderung verschafft.

Außerdem ist das Gel ein enormer Feuchtigkeitsspender. Wir nutzen übrigens Aloe vera-Extrakt in den ONE-Produkten und verzichten auf den Zusatz von Wasser. In Kombination mit anderen Wirkstoffen reguliert die Aloe vera so den Feuchtigkeitshaushalt der Haut und wirkt beruhigend, während das ebenfalls enthaltene Vitamin E zusätzlich eine leicht hautglättende Wirkung erzielt. Und bei all dem ist die Aloe vera noch sehr gut verträglich und für jeden Hauttyp geeignet.

 

Viel hilft viel

Eines steht jedoch fest:  Damit die Kräfte der Aloe vera wirken, braucht es eine hohe Konzentration. Bei genauerem Hinsehen ist das oft leider nicht gegeben. Im Supermarkt gibt es vom Spülmittel über Seife bis zum Shampoo ja eine große Bandbreite an Aloe vera-haltigen Produkten. Der Anteil des Aloe vera-Gels ist dabei oft verschwindend gering; ein bis fünf Prozent sind keine Seltenheit. Dementsprechend weit rückt der Bestandteil in den Inhaltsstoffe nach hinten. Bei dieser geringen Konzentration kann man kaum von einem spürbaren Effekt ausgehen. Zum Vergleich: In unseren ONE-Produkten steht die Aloe vera an erster Stelle der INCIS.

 

Quellen:

Wunderpflanze Aloe vera, Katharina Kleinschmidt. 2016.

Aloe-Vera-Hype: Wundermittel oder Abzocke, Plusminus (ARD), gesendet am 01.11.2017

https://www.donna-magazin.de/entdecken-aloe-vera-wirkung-und-anwendung

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm1_04_2004

 

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