Wissenswertes über UV-Filter

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Sonne und Eigenschutz

Halten Sie sich in der Sonne auf, verändert sich – je nach Hauttyp – Ihr Teint. Das hängt mit dem so genannten Melanin zusammen, dem Bräunungspigment der Haut. Melanin ist nichts anderes als ein körpereigener Lichtschutzfilter, denn es wandelt die UV-Strahlung der Sonne in Wärme um.

Dass dieser Selbstschutzmechanismus der Haut überhaupt existiert, hat natürlich keine ästhetischen Gründe. UV-Strahlung schädigt bei Überdosierung die Haut, lässt sie rot werden (bis hin zum Sonnenbrand) und begünstigt ihre Alterung oder sogar Hautkrebs. Wie schnell das der Fall ist, hängt von der individuellen Eigenschutzzeit ab. Das ist die Zeitspanne, in der man seine ungebräunte Haut der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Erfahren Sie hier mehr darüber, welcher Lichtschutztyp Sie sind.

  • Die Eigenschutzzeit ist mit Vorsicht zu genießen, denn je nach Tageszeit, Jahreszeit oder Standort kann der tatsächliche Eigenschutz niedriger ausfallen.
  • Wer also nicht gerade dem südländischen Typ entspricht, sollte vorsichtig sein. Die Grenzen des körpereigenen Schutzes sind schnell erreicht, vor allem an exponierten Stellen wie Gesicht, Nacken, Ohren und Händen.

Sonnencreme verlängert den Eigenschutz

Zum Glück gibt es Sonnenschutzprodukte, die vor UV-Strahlung weitestgehend schützen – solange man sie richtig anwendet. Hier gilt zu folgendes zu beachten:

  • Der LSF (Lichtschutzfaktor) ist ein im Labor unter Laborbedingungen ermittelter Wert. UV-Licht trifft im Labor immer gleichmäßig auf die Haut auf, was in der Realität niemals der Fall ist.
  • Wolken, die Ozonschicht, der Stand der Sonne (und damit einhergehende unterschiedlich starke UVB-Strahlung), ein Aufenthalt im Schnee oder Wasser sind mit der unter Laborbedingungen errechneten Zeitspanne nur in Maßen vergleichbar.
  • Verlassen Sie sich nicht einfach auf die Zahl auf Ihrem Sonnenschutzprodukt – diese kann immer nur ein Richtwert sein.
  • Nutzen Sie nach dem Auftrag von Sonnencreme die berechnete Schutzzeit nie komplett aus.
  • Ergreifen Sie nach etwa einem Viertel der Zeit Maßnahmen, um einem Sonnenbrand vorzubeugen bzw. das Risiko von Spätfolgen zu minimieren.

 

Wie viel Sonnencreme benötigt man?

Um den ausgelobten Lichtschutzfaktor zu erreichen, muss man das Produkt reichlich auftragen – das hat mit den Regularien zu tun, nach denen der Lichtschutzfaktor im Labor getestet und bestimmt wird.

Demnach sollte man 2 Milligramm Sonnenschutz pro Quadratzentimeter Haut auftragen. Dies entspricht etwa ¼ Teelöffel für das Gesicht oder einem Schnapsglas voll für den ganzen Körper. Diese Vorgaben sind jedoch nur Faustregeln.

  • Nimmt man weniger Sonnencreme, ist auch der Lichtschutz geringer, ganz ähnlich wie die Deckkraft von Wandfarbe abnimmt, wenn man zu wenig davon aufträgt.
  • Größere Menschen benötigen natürlich mehr Sonnencreme als kleinere Personen.
  • Ein durchschnittlicher Erwachsener kommt auf 36 Milliliter, um den ganzen Körper ausreichend mit Sonnenschutz zu versehen. Kleine Messhilfe: Das entspricht einem knapp gefüllten Schnapsglas.
  • Wenn diese Mengenangabe beim Auftragen der einzelnen Partien zu viel erscheint, kann man die Sonnencreme auch in zwei Schichten auftragen.

Wenn die Creme baden geht

Wer badet oder durch sportliche Aktivitäten viel schwitzt, sollte vorsichtshalber regelmäßig nachcremen. Um sicher zu gehen, sollten Sie am Strand z. B. in etwa alle 2 Stunden Ihren Sonnenschutz erneuern

Achtung, dadurch verlängert sich jedoch nicht die Aufenthaltsdauer in der Sonne! 

  • Prinzipiell gilt Sonnenschutz als „wasserfest“, wenn nach zwei 20-minütigen Badeeinheiten noch die Hälfte des Schutzes vorhanden ist.
  • Die tatsächliche Wasserfestigkeit von Sonnencreme fällt in Tests leider sehr unterschiedlich aus.
  • Das Prädikat „wasserfest“ sollte einen also nicht zu trügerischer Sicherheit verleiten, denn das eigene Plansch- und Badeverhalten fällt vermutlich ganz anders aus.
  • Erneutes Eincremen ist also auch hier angesagt, um wenigstens den ursprünglich angedachten Schutz zu erhalten.

 

Sonnencreme, Sonnenöl oder Spray – welche Menge benötige ich?

Ein weiterer Knackpunkt der standardisierten Messverfahren im Labor ist, dass die spezifischen Materialeigenschaften der getesteten Rezepturen oder Filter nicht berücksichtigt werden. Die eingangs erwähnte Menge verhält sich bei einem Öl ganz anders auf der Haut, als bei einer Creme. Leider gibt es dazu keine allgemeingültige Regel.

  • Halten Sie sich an die Empfehlungen des Herstellers – mit dem Augenmerk auf den Begriff „Empfehlung“.
  • Menschen haben unterschiedlich große Körperoberflächen und benötigen daher mehr oder weniger des Produkts.
  • Vertrauen Sie ebenfalls Ihrem gesunden Menschenverstand und tragen Sie im Zweifel lieber zu viel auf bzw. cremen Sie regelmäßig nach.

 

So wirken anorganische Lichtschutzfilter

Ob nun Creme, Spray oder Öl – allen Produkten ist gemein, dass sie gegen UV-Strahlung schützen sollen. Doch welche Inhaltsstoffe wirken eigentlich in so einer Creme?

Es sind die Lichtschutzfilter. Sie werden grob in zwei Kategorien unterteilt: In organische und nicht-organische bzw. anorganische Lichtschutzfilter. Zudem gibt viele Produkte, die sogar beide Filter kombinieren. So funktionieren anorganische Filter:

  • Anorganische Lichtschutzfilter bestehen aus Titandioxid oder Zinkoxid, also Mineralien, die zu Pulver vermahlen wurden.
  • Die Mineralien, die sich im Sonnenschutzprodukt befinden, arbeiten auf der Hautoberfläche: Sie bilden einen Film, der UV-Licht absorbiert und in Wärme umwandelt.
  • Außerdem agieren die anorganischen Filter Titandioxid oder Zinkoxid wie kleine Spiegel, reflektieren eine kleine Menge der UV-Strahlung und zerstreuen diese.
  • Sie sind meist gut verträglich, sodass selten Hautprobleme oder gar Allergien entstehen. Darum verwendet man sie vorwiegend in Lotions für Kinder oder Babys.
  • Ein weiterer Vorteil: Der Schutz ist direkt da. Eine Vorlaufzeit von etwa 20 Minuten, wie oft empfohlen, hat man bei mineralischen Lichtschutzfiltern nicht.
  • Ein Nachteil: Die Textur anorganischer Filter ist meist eher schwer und bei dunklerer Haut kann der weiße Film lästig sein.

 

Kleine Teilchen, große Sorge: Die Diskussion um Nano-Partikel im Sonnenschutz

Ein Nachteil mineralischer Filter war lange Zeit ihr „Tragekomfort“. Um einen ausreichend hohen Schutz zu bieten, musste der Creme oder Milch entsprechend viel Pigment beigefügt werden, und das führte zu einer weißen Schicht auf der Haut.

Die Industrie konnte die Partikelgröße immer weiter verkleinern, was nicht nur besagten Komfort deutlich verbessert, sondern auch die Wirksamkeit dieser Filter. Längst ist man im Nanobereich angekommen. Das heißt, dass die Teilchen 100 Nanometer oder kleiner sind.

Um zu begreifen, wie groß bzw. klein ein Nanometer ist, stellen Sie sich einen Fußball neben dem Planeten Erde vor. Das entspricht in etwa dem Größenverhältnis eines Nano-Partikels zum Fußball!

Mit dem Einsatz der Nano-Filter begann jedoch die Diskussion, dass Nanopartikel über die Haut in den Organismus eindringen und dort unvorhersehbare Wirkungen haben könnten.

Zahlreiche Studien geben eindeutig Entwarnung: Eine gesundheitsschädigende Wirkung wurde ausgeschlossen. Bei umfangreichen Tests mit Sonnencremes, die Titandioxid und Zinkoxid enthalten, konnten keinerlei Rückstände in tieferen Hautschichten oder dem Blut nachgewiesen werden – vorausgesetzt die Haut ist unverletzt.

  • Die Partikel verbleiben auf der Haut bzw. in der obersten Hautschicht – vorausgesetzt, und dies ist ein wichtiger Aspekt – die Haut ist intakt, also weder verletzt noch entzündet.
  • Darum haben öffentliche Stellen wie die Kosmetik-Kommission des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung und die australische Gesundheitsbehörde TGA die Verwendung beider Stoffe in Sonnenschutzmitteln freigegeben.
  • Eine Einschränkung finden wir wichtig zu erwähnen: Achten Sie bei Sprayprodukten, dass diese frei von Nanopartikeln sind. In Sprays können Nanopartikel über den Sprühnebel eingeatmet werden und auf diesem Weg doch in den Organismus gelangen.
  • Übrigens: Ob ein kosmetisches Produkt Nanopartikel enthält, erkennen Sie immer am Zusatz „(nano)“ in der Zutatenliste (INCI).

 

So wirken organische Lichtschutzfilter

  • Unter organischen Lichtschutzfiltern fasst man all jene Filter zusammen, die nicht ausschließlich Titandioxid oder Zinkoxid beinhalten.
  • Auch organische Lichtschutzfilter bilden einen Film auf der Haut, der UV-Licht absorbiert und in Wärme umwandelt.
  • Neue und moderne Filter wie Tinosorb S und M reflektieren zusätzlich eine kleine Menge der UV-Strahlung und zerstreuen diese.
  • Organische Filter sind in ihrer Textur angenehm zu tragen, auch bei hohen Lichtschutzfaktoren.
  • Sowohl organische als auch anorganische Filter müssen nicht mit der Haut in Kontakt kommen, um ihre Wirkung zu entfalten. Auf eine Oberfläche aus Stein aufgetragen, würden sie genauso wirkungsvoll UV-Licht absorbieren wie auf der Haut.

 

Organisch, anorganisch oder beides?

Beide Wirkprinzipien haben ihre Vor- und Nachteile, ein pauschales Pro und Contra ist daher zu ungenau. Vor allem organische Filter werden häufig kritisiert, dabei ist die neueste Generation dieser Filter sehr gut: Sie gelten als durchweg gut verträglich und fotostabil (d.h. sie verändern sich unter UV-Einstrahlung nicht).

Unter den organischen Filtern gibt es gute und weniger gute.

Die weniger guten Filter stehen im Verdacht, den körpereigenen Hormonhaushalt zu beeinflussen, Allergien auszulösen oder sich unter Sonneneinstrahlung zu verändern und z.B. freie Radikale zu bilden.

Kompliziert wird es auch dadurch, dass es nicht „den einen“ Lichtschutzfilter gibt, der idealen Tragekomfort und bestmöglichen UV-Schutz gleichzeitig bietet.

Moderne Sonnenschutzprodukte kombinieren daher verschiedene Filtersubstanzen

Die Kombination verschiedener Filter ermöglicht einen möglichst breiten Schutz vor dem UVA- und UVB-Spektrum. Mittlerweile gibt es sogar Lichtschutzfilter, die beide oben genannten Schutzprinzipien in sich vereinen: Auf winzigen, UV-reflektierenden Pigmenten sind zusätzlich organische Verbindungen „angedockt“, die wiederum Teile der UV-Strahlung in Wärme umwandeln.

 

Gute Filter – schlechte Filter

Nicht jeder UV-Filter ist gut, das haben Sie schon erfahren – manche lösen Allergien aus oder greifen in den Hormonhaushalt ein. Von Bedeutung ist natürlich auch Ihr Hautzustand – auf gesunder und unverletzter Haut ist es viel unwahrscheinlicher, dass UV-Filter in den Körper gelangen. Haben Sie nun einen weniger guten Filter in Ihrem Produkt entdeckt und keine Möglichkeit, auf ein Produkt mit guten Filtern auszuweichen, nutzen Sie lieber Ihr vorhandenes Produkt als gar keins.

Hier eine Auswahl an guten Filtern:

Tinosorb S, Tinosorb M, Tinosorb A2B, Uvinul A Plus, Octisalate,
Iscotrizinol, Mexoryl XL.

Übrigens – diese UV-Filter verwendet HighDroxy:

  • Im DAY LIGHT 30: Tinosorb S, UVASORB und Uvinul A Plus
  • Im D-FENCE 50: Tinosorb S, UVASORB HEB und Uvinul A Plus

  

Bei einem Sonnenschutzprodukt sollten Sie auf folgende Dinge achten:

  • Suchen Sie sich ein Produkt aus, das zu Ihrem Hauttyp und zu eventuellen Hautproblemen passt.
  • Ihr Sonnenschutzprodukt sollte mindestens einen Lichtschutzfaktor von 15 haben, besser jedoch höher sein.
  • Das Produkt sollte vor UVA und UVB Strahlung schützen.
  • Um den ausgelobten Sonnenschutz zu erreichen, sollte das Produkt in einer gleichmäßigen Schicht zwischen der Sonne und Ihrer Haut bilden.
  • Lassen Sie das Produkt – insbesondere wenn Sie Folgeprodukte oder Make-up verwenden – ca. 10 Minuten einziehen. Das macht die weitere Handhabung einfacher.
  • Erneuern Sie – je nach Bedingungen – alle 2 Stunden den Schutz.

UVA und/ oder UVB: Guter Sonnenschutz ist ein Balanceakt

Der wohl populärste Wegweiser in Sachen Lichtschutz-Wahl ist der Lichtschutzfaktor, abgekürzt LSF oder SPF (Sun Protection Factor). Der Lichtschutzfaktor – kurz LSF – steigt mit der Anzahl der UVB-Filter, die in der Creme enthalten sind: Je mehr UVB-Filter, desto höher der LSF.

  • Welcher Lichtschutzfaktor geeignet ist, ist vollkommen individuell und muss über den Eigenschutz ermittelt werden. Dieser ist in erster Linie abhängig vom Hauttyp, aber auch davon, ob die Haut bereits an die Sonne gewöhnt ist. Zum Ende eines Sommerurlaubs hat die Haut bereits etwas mehr Eigenschutz als zu Beginn.
  • Als zweites Kriterium gilt es einzuschätzen, wie intensiv die Sonne an dem Ort ist, an dem man sich aufhalten möchte. Bei einer Alpenwanderung im Hochsommer benötigt man einen höheren Lichtschutzfaktor, als an einem sonnigen Herbsttag in London.

Gute Sonnencreme deckt neben dem UVB-Spektrum aber vor allem auch die UVA-Strahlung ab. Tut sie dies in ausreichender Menge (nämlich anteilig immer mindestens 1/3 vom SPF), darf sie in der EU das UVA-Siegel tragen:

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Zu guter Letzt: Ihre Checkliste für den Sonnenschutz-Kauf

  • Kennen Sie Ihre persönliche Eigenschutzzeit , die Ihrem Lichtschutztyp entspricht  und wählen Sie Ihren SPF entsprechend
  • Achten Sie auf das kreisrunde UVA-Symbol
  • Denken Sie bei der Begutachtung des Produktes an die erforderliche Auftragsmenge, vor allem bei Lichtschutzprodukten für das Gesicht: Gibt die Textur des Produktes das her? Ist ein zweimaliges Auftragen denkbar?
  • Sorge wegen physikalischer Filter in Nano-Größe sind nach aktuellem Forschungsstand unbegründet. Möchten Sie mineralische Nano-Partikel dennoch vermeiden, erkennen Sie diese ganz einfach an dem (vorgeschriebenen) Zusatz „(NANO)“ in der INCI-Liste.

 

 

Lesefutter:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/haut-sieben-mythen-ueber-den-sonnenschutz-1.1387152