Silikone in der Hautpflege: Wundermittel oder billiger Trick?

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Ein Zauberer verrät seine Tricks nicht. Beim Verwandlungskünstler Silikon muss und sollte man kein Geheimnis daraus machen. Was passiert denn nun, wenn man silikonhaltige Produkte benutzt?

Was ist Silikon?

Das Basismaterial von Silikon ist sehr fein gemahlenes Silicium. Um vom Silicium zum Silikon zu kommen, sind etliche hochkomplexe chemische Prozesse notwendig. Außerdem große Mengen Kohle, Erdgas und Temperaturen von bis zu 1.800° Celsius.

Silikone haben hervorragende Versiegelungseigenschaften und funktionieren im Prinzip wie Lego: Man kann kurzkettige, langkettige oder ringförmige Silikone bauen und beliebig miteinander verzweigen. Außerdem können Silikone wunderbar in einen bestimmten Aggregatszustand gebracht werden und damit ein Produkt beeinflussen:
Wie flüssig oder fest soll das Produkt z.B. sein, wie seine Gleiteigenschaften (also, wie lässt es sich verteilen) und wie soll das Licht bei Make-up-Produkten gebrochen werden?

Zudem schützt und stabilisiert Silikon die UV-Filter in der Sonnenmilch, macht sie macht sie wasserfest und sorgt dafür, dass weniger Sand am eingecremten Körper festklebt.
Silikon ist tatsächlich sehr vielseitig einsetzbar und nicht zuletzt ziemlich günstig in der Herstellung.

Was bewirkt Silikon auf der Haut?

Silikon ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Weichmacher – in der Tat fühlt sich die Haut direkt nach dem ersten Auftragen geschmeidiger und zarter an. Nach dem Prinzip eines Fugenfüllers polstert Silikon außerdem die Falten auf und lässt das Gesicht so glatter erscheinen. Allerdings nur bis zur nächsten Wäsche, denn Silikon wird dann wieder abgewaschen – samt Verjüngungseffekt.

Nachteile von Silikon: Schaden für Haut und Umwelt

Die recht trostlose Wahrheit ist: Silikone haben nur bedingt pflegenden Eigenschaften für die Haut, da Silikon nicht von der Haut verstoffwechselt wird.
Was sich zunächst so pflegend anfühlt, ist also eine Sinnestäuschung: Indem sich das Silikon wie ein (durchaus auch atmungsaktiver) Film auf die Hautoberfläche legt, schließt es Feuchtigkeit darunter ein. Damit schützen Silikone die Haut davor auszutrocknen (Stichwort: Transepidermaler Wasserverlust), was die Wurzel vielen Haut-Übels ist.
Dies kann absolut wünschenswert sein, muss aber nicht unbedingt mithilfe von Silikonen geschehen.

Im menschlichen Körper können die Silikonverbindungen Cyclotetrasiloxan (D4) und Cyclopentasiloxan (D5) Schaden anrichten: Sie stören den Hormonhaushalt, beeinträchtigen die Fortpflanzung und können verschiedene Organe schädigen.

Nicht zu vergessen ist der Umweltaspekt: Gerade die beiden o.g. Silikonverbindungen sind in der Umwelt nur schwer abbaubar, reichern sich dort an und gefährden das Wasser und seine Bewohner. Wenn übrigens damit geworben wird, dass Silikone „wasserlöslich“ sind, bedeutet dies, dass sie von der Haut abwaschbar sind – mit einer Umweltverträglichkeit hat dies jedoch nichts zu tun.

Die Nachteile zusammengefasst:

  • Falten verschwinden nicht wirklich, sondern werden nur aufgefüllt. Vitamine und Mineralstoffe können nicht besser aufgenommen werden als mit Hilfe anderer Trägerstoffe.
  • Manche Silikonarten werden als schädlich für den Menschen eingestuft.
  • Silikone sind nicht biologisch abbaubar und daher ein Problem für die Umwelt und damit wiederum für uns. Im Gegensatz zu festsitzenden Dichtungen, gelangen sie nach dem Waschen, Duschen und Baden tagtäglich ins Grundwasser und belasten die Natur. Laut Umweltbundesamt gelangen rund die Hälfte der Silikone aus Haut- und Haarpflegemitteln über den Klärschlamm wieder in den landwirtschaftlichen Kreislauf.
  • Silikone heben sich sich in puncto Pflegeeigenschaften nicht von anderen Wirkstoffen ab. Viele andere Feuchtigkeitsspender und natürliche Öle können mit Silikonen locker mithalten – sie sind aber meist deutlich teurer in der Herstellung!

Vorteile von Silikon: Gut verträglich und hypoallergen

Über die Nachteile von Silikonen haben wir bereits weiter oben berichtet. Zum einen sagt man Silikonen nach, dass sie die Haut abdichten und die Poren verstopfen. Nach und nach soll sich eine richtige Silikonschicht auf der Haut bilden. Silikone legen sich zwar auf die Haut, das ist richtig. Aber:

  • Die Silikonschicht ist keineswegs okklusiv, also undurchlässig.
  • Silikon ist nicht komedogen (Poren verstopfend).
  • Silikon ist eine atmungsaktive Schutzschicht: In Krankenhäusern nutzt man Silikone seit vielen Jahren bei Hautverbrennungen, weil sie die Haut schützen – ohne sie luftdicht abzuschließen.
  • Das Silikon Dimethicon reduziert Rötungen bei Rosazea und lindert Hautreizungen.
  • Silikone sind vegan, reizarm und gut verträglich.
  • Weil Silikone nichts Organisches beinhalten, lösen sie auch keine allergischen Reaktionen aus – sie sind hypoallergen.

Silikone auf der INCI-Liste erkennen

Es gibt verschiedene Silikonarten und somit auch verschiedene Namen. Silikone in Kosmetikprodukten erkennen Sie anhand der Inhaltsstoffe auf der INCI-Liste mit den Endungen „-icone“ oder „-xane“. In der Kosmetikbranche ist das meistgenutzte Silikon Dimethicon(e).

  • Häufig findet man Silikone unter dem Namen Dimethicone, aber auch als Methicone, Simethicone, Cylomethicone, Polysiloxane, Amodimethicone.
  • Achten Sie außerdem darauf, an welcher Stelle die Substanz steht: Je weiter oben sie in der Liste der Inhaltsstoffe aufgelistet ist, desto mehr davon ist enthalten.

100% silikonfrei: HighDroxy verzichtet auf Silikone

Wir verwenden kein Silikon.
Das angenehme, seidige Gefühl beim Auftragen unseres FACE SERUMS zum Beispiel kommt zum einen von dem (in unserem Falle rein pflanzlich hergestellten) Feuchthaltemittel Propandiol.

Einige Inhaltsstoffe, die wir einsetzen, haben zum anderen einen unmittelbar hautglättenden Effekt – aber eben auch eine nachhaltige Wirkung, denn sie fördern zum Beispiel die Elastin- und Kollagenbildung, wirken entzündungshemmend oder verstärken die Wirkung anderer Inhaltsstoffe.

Sonnenschutzmittel können bisher am wenigsten auf Silikone verzichten – und das können wir sehr gut nachvollziehen. Unsere Sonnenschutzprodukte verwenden keine Silikone, aber es ist eine wahre Herausforderung einen UV-Schutz ohne Silikone und austrocknende Alkohole zu entwickeln, der nicht zu schwer auf der Haut liegt.