Die Sonne – Freund oder Feind?

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Ohne Sonne kein Leben auf unserer Erde – immerhin dreht sich unser ganzes Sonnensystem um diesen Stern. In der Regel lieben wir die Sonne – sie wärmt und macht gute Laune. Auch auf unseren Körper hat sie Auswirkungen: Sie hilft uns, Vitamin D zu produzieren, kurbelt die Serotoninproduktion an und verleiht unserer Haut einen gewissen Teint.

Dass Sie Sonnenstrahlen in Maßen und mit Bedacht genießen sollten, ist mittlerweile keine große Neuigkeit mehr – über die Gefahren durch Ozon und Hautkrebs wird regelmäßig aufgeklärt.

 

Der Zusammenhang zwischen Sonne und Vitamin D

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das nicht allein über die Nahrung zugeführt, sondern vom Körper selbst gebildet werden kann, und zwar in der Haut. Notwendige Voraussetzung ist die Bestrahlung der Haut mit UV Licht. Zwar können Sie auch über die Nahrung Vitamin D aufnehmen, dazu müssten Sie jedoch eine ganze Menge essen. Um den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin D zu decken, müssten Sie nämlich

  • 400 Gramm fettigen Fisch
  • vier Kilogramm Schweinefleisch
  • 16 bis 20 Eier oder
  • 20 Liter Vollmilch

zu sich nehmen. Weniger kalorienreich ist dagegen ein Aufenthalt in der Sonne: Bereits nach wenigen Minuten wird unsere Vitamin D-Produktion angekurbelt. An einem Sommertag reicht es aus, Gesicht, Hände und Unterarme eine Viertelstunde lang in die Sonne zu halten.

Beachten Sie bitte, dass die Fähigkeit Vitamin D zu produzieren auch von Alter und Hautfarbe abhängig ist: Hellhäutige Menschen nehmen Sonne z.B. leichter auf, als dunkelhäutige und ältere Menschen bilden weniger Vitamin C als jüngere.

 

Der Winterblues

Im Winter halten sich viele Menschen seltener im Freien auf als im Sommer. Erschwerend für die Produktion von Vitamin D kommt hinzu, dass die Sonne in unseren Breitengraden ab Herbst so tief steht, dass Sonnenstrahlen in einem flachen Winkel einfallen und ihre Wirkung weniger stark entfalten.

Laut Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts und des Max-Rubner-Instituts sind 60 Prozent der Deutschen im Winter mit Vitamin D unterversorgt. Aus diesem Grund kann über eine Versorgung mit Vitamin D-Präparaten für Säuglinge, ältere Menschen und Jugendliche speziell in Herbst und Winter nachgedacht werden. Gesunde Erwachsene sollten versuchen, auch im Winter die wenigen Sonnenstunden zu nutzen und sich im Freien aufzuhalten.

Das hilft nebenbei auch gegen den Winterblues, denn Sonnenlicht regt die Produktion des Glückshormons Serotonin an. Im Dunkeln hingegen wird verstärkt das Schlafhormon Melatonin gebildet. Fehlt unserem Körper das natürliche Licht, werden wir müde und lustlos. Wer unter Erschöpfung, Melancholie und übermäßigem Appetit leidet, den könnte evtl. der Winterblues erwischt haben.

 

Ohne Licht kein Schatten

Trotz der positiven Effekte ist ein ausgedehntes Sonnenbad für Ihre Haut in der Tat Schwerstarbeit. Übermäßige Sonnenstrahlung führt zu Hautschäden und beschleunigt die Hautalterung. Schuld daran sind die im Sonnenlicht enthaltenen UVA- und UVB-Strahlen.

Was bewirkt UVB-Strahlung?

  • UVB-Strahlung ist für Sonnenbrand und Hautkrebs verantwortlich.
  • UVB-Strahlen durchdringen in erster Linie die oberste Hautschicht. Der Körper reagiert darauf mit der erhöhten Ausschüttung von Melanin, dem Farbstoff, der unsere Haut bräunt. Außerdem bildet sich an der Hautoberfläche eine Art Hornschicht, die auch Lichtschwiele genannt wird. Bis diese Schutzmechanismen der Haut auf Hochtouren laufen, können jedoch Wochen vergehen. Bis dahin kann das UVB-Licht weitestgehend ungehindert in die Haut eindringen (Stichwort Sonnenbrand)
  • UVB-Strahlen verändern das Erbgut der Hautzellen

Was bewirkt UVA-Strahlung?

  • Die längerwelligen UVA-Strahlen verursachen ebenfalls Hautschäden. UVA-Strahlen sind zudem tückischer als UVB-Licht, denn UVA-Strahlen dringen tiefer – bis in das Bindegewebe – ein
  • Hautschäden, die durch UVA ausgelöst werden, sind erst Jahre später sichtbar, beispielsweise in Form von Hyperpigmentierung, also die übermäßige Einlagerung von Melanin.
  • UVA-Strahlen lösen im Bindegewebe chemische Prozesse aus, durch die freie Radikale gelöst werden. Freie Radikale sind nicht nur als Mitverursacher von Krebs bekannt, sie greifen außerdem unsere Elastin- und Kollagen-Depots an. Gerade diese beiden Stoffe sind jedoch wichtig für eine straffe und junge Haut. Die Folge: Das Kollagennetz bekommt Löcher. Und diese sind als Falten in der Haut sichtbar.
  • UVA-Strahlen verändern das Erbgut der Hautzellen
  • Solarien arbeiten überwiegend mit UVA-Licht, aus diesem Grund wurde im August 2009 entschieden, dass diese Solarien erst ab 18 Jahren besucht werden dürfen. Kein Wunder, denn laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt das Hautkrebsrisiko um bis zu 75 Prozent zu, wenn man vor dem 30. Lebensjahr regelmäßig Sonnenbänke nutzt.
  • UVA-Strahlung kann Glasscheiben durchdringen

 

UVA Strahlen lassen die Haut altern UVB Strahlen verursachen Sonnenbrand

UVA ist also vorrangig für die Hautalterung verantwortlich, UVB beschert uns den Sonnenbrand. Eines haben beide Strahlungsarten gemeinsam: Sie können Hautkrebs verursachen!

 

Die Haut führt ein Schaden-Konto

Mittlerweile zählt Hautkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Ärzte und Verbände sind sich einig, dass der größte Risikofaktor für seine Entstehung schlicht übermäßige Sonnenbestrahlung ist. Das Problem: Unsere Haut vergisst nicht, sondern führt sozusagen ein Schaden-Konto. Nicht nur jeder Sonnenbrand, sondern auch lange Sonnenbäder schädigen die Haut. Ganz individuell hat jeder Mensch ein „Guthaben“, was er oder sie an Sonnenbestrahlung verträgt und das ist zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgebraucht. So gehen fast 80 Prozent der Hautschäden – dazu gehören leider auch schwarzer und weißer Hautkrebs –  im Alter auf Jugendsünden zurück.

 

Sonnenschutz-Tipps für Alltag und Urlaub

  • Nutzen Sie Sonnencreme mit dem für Sie passenden Lichtschutzfaktor (LSF). Hilfreich dabei ist unser Artikel Welcher Lichtschutztyp bin ich?
  • Meiden Sie, wenn möglich, die Mittagssonne zwischen 12 und 15 Uhr.
  • Neben Sonnencreme schützt Sie auch Kleidung: Ein Sonnenhut, langärmelige, luftige Oberteile und Hosen oder ein langer Rock gehören dazu (mittlerweile gibt es sogar Kleidung mit UV-Schutzfaktor).
  • Eine Sonnenbrille ist weit mehr als ein modisches Accessoir – achten Sie auf die Bezeichnungen „UV400“ oder „100 Prozent UV-Schutz“. Das gesetzlich vorgeschriebene CE-Zeichen hingegen gibt keine verlässliche Auskunft über die UV-Schutzeigenschaften.
  • Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne: Das Frühjahr eignet sich hervorragend, die Haut langsam auf die Sonne einzustimmen. Eine von Hautärzten empfohlene Formel lautet „Jeden Tag 1 Minute länger“. Bevor Sie in den Urlaub fahren, sollte Ihre Haut bereits ein wenig vorgebräunt sein, andernfalls lassen Sie es in der Urlaubssonne bitte erst recht langsam angehen.
  • Übrigens: Ob im Wasser, unter Wolken oder im Schatten – UV-Strahlung ist überall vorhanden: Im Schatten sogar noch bis zu 50 %, in einem Meter Wassertiefe kommen noch 50 % der UVB-Strahlung und 75 % der UVA-Strahlung an. Auch bei bewölktem Himmel können noch immer etwa 90 % der UV-Strahlung auf den Körper gelangen.

 

Welchen Sonnenschutz benötigen Kinder?

Kinderhaut ist sehr viel dünner. Darum wirken sowohl UV-Licht als auch Sonnencreme viel stärker als bei einem Erwachsenen. Außerdem bildet Kinderhaut erst ab dem zweiten Lebensjahr einen Eigenschutz aus. Grundsätzlich wird daher empfohlen, Babys unter einem Jahr möglichst gar nicht direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen, und danach nur sehr moderat.

Auch mit Sonnencreme sollte man bis dahin sparsam umgehen, um die empfindliche Haut nicht zu reizen. Am besten verwendet man Sonnenschutz mit physikalischen Filtern, da sie für die Babyhaut besser verträglich sind.
Der beste Sonnenschutz für Kinder ist stets, lange Kleidung und ein Hut mit Nackenschutz. Darüber hinaus bieten spezielle Materialien mit UV-Schutz zusätzlich Sicherheit.

 

Bildnachweis: BeeBuddy/istockphoto.com